Hg-bunt-llinear-f.-story
Stürmische-Zeiten---die-Ges

Nach erfolgreicher Krebsbehandlung

Essener Musiker unterstützen Kinderkrebshilfe

Wolfgang Rathmann und Armin Jonberg kennen sich seit gut dreißig Jahren, spielten zusammen oder einzeln in unterschiedlichen Bandkonstellationen bei christlichen Veranstaltungen, Stadtteilfesten und Konzerten im Essener Raum und Umgebung. Mal war der Kontakt enger, mal verlor man sich wieder aus den Augen. Und so erfuhren sie von einem gemeinsamen Bekannten, dass sie nicht nur die musikalische Leidenschaft sondern auch eine gemeinsame Leidenszeit teilen - Diagnose Krebs.

Im August 2019 wird bei Armin Jonberg ein bösartiger Darmtumor entdeckt, der sofort operativ entfernt werden
musste, gefolgt von einer mehrmonatigen Chemotherapie mit zahlreichen Komplikationen. Die Stimmbänder sind nach wie vor stark angeschlagen. An Singen ist deswegen zwar nicht zu denken, dafür bearbeitet er wieder mit Elan die Tasten seines Klaviers. „Auch wenn es phasenweise sehr knapp war, es war eben nicht der Schlussakkord meines Lebens. Das ist auch der Grund für mich, positiv in die Zukunft zu blicken“, erklärt der 64-jährige, der mit seiner Frau in
Essen-Bedingrade lebt.

Auch Wolfgang Rathmann trifft die Diagnose hart. Der 62jährige Arzt und Wissenschaftler erfährt im Dezember 2019 von seiner Erkrankung.
Das Jahr 2020 ist dann von Bestrahlungen, Chemotherapien und Operationen geprägt – mit gutem Erfolg. Musik hören und wieder Gitarre spielen zu können gibt in dieser Zeit neue Kraft.

Für beide ist klar: Nach dem erfolgreichen Kampf gegen den Krebs möchten sie wieder gemeinsam Musik machen - und dies für einen guten Zweck. Mit Wolfgang Rathmann an den verschiedenen elektrischen und akustischen Gitarren und Armin Jonberg an den Tasteninstrumenten produzieren sie insgesamt 12 Titel. Diese können hier als EP, CD oder per Download käuflich erworben werden. Der Reinerlös geht direkt an die Essener Kinderkrebshilfe. „Mit der musikalischen Verarbeitung unserer Leidenszeit möchten wir denjenigen Hoffnung geben, die es gerade noch besonders schwer haben“, erklärt Armin Jonberg. Wer viele Stücke in Moll erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt: Die instrumentalen Balladen, Pop, Blues, Gospel und Rock Songs sind kurzweilig und lassen den Kopf mitnicken. Das Besondere der produzierten Titel ist, dass man in der Musik verschiedene Stationen der zurückliegenden Zeit erkennen und erfühlen kann.

Trotz der persönlich herausfordernden Zeiten und des ungewöhnlichen Anlasses für die erneute Kooperation, beschreiben beide ihre musikalische Zusammenarbeit auch mit einem Augenzwinkern: „Wenn zwei alte Hasen wie wir zusammenkommen ist es klar, dass es das eine oder andere graue Haar mehr gibt. Aber entscheidend ist, dass wir beide mit neu geschenkter musikalischer Kreativität hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.“